Lasse Boenecke

Test Surfbent beim Freestyle Windsurfen

Die neuen Freestyleboards werden immer radikaler: Für schnellere Rotationen werden kürzere Shapes benötigt und das ganze Board soll dabei noch möglichst leicht sein. Die kurzen, sehr breiten Nasen führen allerdings auch dazu, dass beim Schleudersturz nach vorne quasi kein Weg an ihnen vorbeiführt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Nasen aktueller Freestyleboards oft nicht mehr rund, sondern abgeschnitten sind, sodass die Energie eines Masteinschlags nicht mehr durch „seitliches Abrutschen“ ins Wasser abgebaut werden kann. Gute Freestyler produzieren keine Schleuderstürze mehr. Allerdings kommt es des Öfteren vor, dass der Mast beim Training eines neuen Moves unkontrolliert durch die Gegend rotiert, wenn man sich entscheidet, dass ein Ausstieg mitten im Move für die eigene Gesundheit wohl die bessere Wahl ist. So war es auch bei mir, als ich mit meinem neuen 2018er Board das erste Mal auf dem Wasser war. Ein falscher Move, der Mast landete auf der Nase und das Brett hatte einen erheblichen Schaden. Die Session war damit gelaufen, die Stimmung im Eimer und der wohl beste Boardreparateur Kiels eine Woche lang beschäftigt und um einen dreistelligen Betrag reicher. Als zwei Wochen später das gleiche erneut passierte, musste eine Lösung her. Nachdem ich online vom Surfbent gehört hatte, entschloss ich mich, dem kleinen Teil eine Chance zu geben.

Der Surfbent Boardprotektor wiegt 250 Gramm, hat einen Durchmesser von etwa 150mm und bildet eine Erhöhung rund um den Mastfuß, die ihr Maximum in direkter Frontalrichtung erreicht. Die Erhöhung flacht nach hinten verlaufend bis auf den „Nullpunkt“ ab. Die Erhöhung soll dazu dienen, den Mast beim Fall nach vorne abzufangen. Die kinetische Bewegungsenergie soll dabei in Verformungsenergie umgewandelt, das heißt durch Streckung des elastischen Powerjoints abgebaut werden.

Die Montage ist einfach, der Surfbent wird als Mastfußplatte genutzt und durch den Mastfuß am Board fixiert. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber der entstehende Look ist doch extrem gewöhnungsbedürftig. „Hundenapf“ oder „umgedrehter Pömpel“ gehörten noch zu den netteren Beschreibungen, die es am Strand zu hören gab.

Auf dem Wasser war gleich das erste kleine Problem zu spüren: Auf meinem Tabou Twister störte der Surfbent beim Dümpeln. Die extreme Kürze des Bretts (209cm) lassen nicht viel Platz zwischen den vorderen Schlaufen und dem Mastfuß zu. Dieses Problem wird wohl bei den wenigsten anderen Boards auftreten, sei aber erwähnt. Weniger problematisch ist die Ausführung aller aktuellen Freestylemoves, da man den Protektor schlicht nicht bemerkt. Ähnlich verhält es sich bei Wasser- und Beachstart. Lediglich eine 180- Grad Drehung des Bretts über die Nase wird beim Wasserstart leicht behindert.

Der Surfbent verhinderte innerhalb von vier Sessions alle Masteinschläge auf der Nose meines Bretts. Ob diese das Board stark beschädigt hätten, lässt sich im Nachhinein natürlich nicht sagen, aber der fehlende Kontakt ist für mich auf jeden Fall ein Argument, den Surfbent weiter zu nutzen. Die zusätzlichen 250g sind auf dem Wasser durch die zentrale Position im schlimmsten Fall minimal zu merken.

Das Produkt ist aus meiner Sicht gelungen, allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass der Surfbent nur eine begrenze Menge Energie abbauen kann. Im Klartext heißt das, dass der extreme Schleudersturz eines 100kg Surfers bei 50 km/h wohl trotz Surfbent nach wie vor das Ende eines jeden Boards bedeuten wird. Für (leichte) Anfänger, Fortgeschrittene und vor allem Freestyler führt der Surfbent aber unter Umständen zur Einsparung einiger Reparaturen, dem Ausbleiben vorzeitig beendeter Sessions und einem höheren Wiederverkaufswert der hart ersparten Bretter.

Der Preis ist aus meiner subjektiven Sicht mit 59€ hoch angesetzt, relativiert sich allerdings mit der ersten vermiedenen Reparatur. Ich persönlich würde mir als Verbesserung wünschen, dass der Standbereich weniger blockiert wird und könnte mir als sinnvolle Weiterentwicklung auch eine hochwertigere Variante aus leichteren Materialien vorstellen.

Bis dahin hoffe ich, dass der Surfbent meinen Twister zum ersten Board macht, dass den einjährigen Produktzyklus mehr oder minder unbeschadet übersteht.

Lasse Boenecke
G-120

mehr über Lasse: Vom Fußgänger zum Freestyler

Stefan W. aus H.

surfbent hat sich bei mir schon zweimal bewährt. Bei zwei Schleuderstürzen aus der Gleitfahrt schlug der Mast mit einem 8.1 qm Segel mit voller Wucht schräg auf dem Protektor ein. Es knallte ordentlich, aber die Nase meines Boards blieb intakt. Der Protektor hat jetzt ein paar Schrammen und das kleine Kunststoffelement, das surfbent in der Mastschiene hält ist durchgebrochen. Aber besser so, als eine Kerbe in der Nase und das Führungsteil ist ja austauschbar. Top.

Stev

Vielen Dank für die schnelle Lieferung. Wurde gerade schon für 3h Freestyle getestet und für SEHR GUT befundet.
Werde den Hundenapf wärmstens weiterempfehlen.

Luigi

Tried today and Surfbent makes things a lot easier for the everyday windsurf rider.
I tried on my brand new freestyle wave board and it _always_ saves nose and sides, a very step ahead in board protection.
My fellow Belgium riders were super curious!

Thanks a lot for this great innovation in our sport!